Rückkehr zu G9?

Eine flächendeckende Rückkehr zu G9 ist auch in Baden Württemberg politisch nicht im Gespräch. Einzelne Schulen dürfen allerdings zu G9 zurückkehren, wobei die 22 Schulen pro Jahr (!), denen eine Rückkehr zu G9 erlaubt wurde, schon sehr wenig sind...

Ob selbst im Falle einer völligen Freistellung der Rückkehr zu G9 eine flächendeckende Rückkehr zu G9 Gymnasien erfolgen würde, erscheint gleichsam fraglich:

Dagegen spricht vor allem, daß die Schulen sich inzwischen auf G8 weitgehend eingestellt haben und möglicherweise auch Fördergelder und Lehrerzuweisungen gefährdet werden, wenn man das System umstellt. Dies dürfte auch für durchaus schwierige Konstellationen wie Stundenplangestaltungen, Ganztagskonzepte usw. gelten.

Beachtenswert ist auch, daß beispielsweise in NRW und Hessen eine freigestellte Rückkehr zu G9 keine nennenswerte Resonanz erzeugt hat.

Ob es insgesamt wünschenswert ist, G8 und G9 parallel laufen zu lassen, sei dahingestellt: Auf diese Weise würde man ein Abitur erster und zweiter Klasse erzeugen. In einem Bundesland, in dem die Wirtschaft bereits Schwierigkeiten hatte einen Werkrealschluß als gleichwertigen Bildungsabschluß zum Realschulabschluß zu akzeptieren, dürfte dies nicht völlig unproblematisch sein.

Es wäre sicher sinnvoll, wenn die Politik dieses Thema abschließend dahin gehend entscheidet, ob man insgesamt zu G9 zurückkehrt oder es bei G8 beläßt und im Falle der Rückkehr zu G9 dann auch gewährleistet, daß dies umgesetzt wird. Den Kommunen/ Schulen eine solche Entscheidung zu überlassen, dürfte eher noch zur Unsicherheit beitragen und die Institution Schule auch überfordern.