Gemeinschaftsschule Baden Württemberg

Als neue Schulform soll in Baden Württemberg die sogenannte Gemeinschaftsschule etabliert werden.

Erwartungsgemäß waren Adressaten für die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen bisher fast ausschließlich vormalige Haupt-/Werkrealschulen, die ihre Schulform in eine Gemeinschaftsschule änderten, wobei neben ideelem Anliegen vor allem auch die diesbezügliche Hoffnung des Erhaltes des Schulstandortes durch die Umwandlung eine Rolle gespielt haben dürfte.

Inhaltliche Ausgestaltung der Gemeinschaftsschule Baden Württemberg 

Die inhaltliche Ausgestaltung der Gemeinschaftsschule ist selbst nach ihrem Beginn nach wie vor in den wesentlichen Punkten offen.

Unter juristischen Gesichtspunkten ist dies äußerst problematisch, da Rechtsschutz vor allem auch davon abhängt, daß potentielle Probleme möglichst detailliert geregelt sind.

Kritik zur Gemeinschaftsschule Baden-Württemberg:

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die Realisierbarkeit der Ideen der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg:

Die Gemeinschaftsschule startet ja nicht bei Null, sondern baut auf den Grundschulen auf, so daß es durchaus sinnvoll gewesen wäre, erst einmal im Grundschulbereich zu erforschen, wie leistungsschwache und leistungsstarke Schüler voneinander profitieren können und wie man die Schüler gleichzeitig individuell fördern kann, bevor man sich einfach hinstellt und so tut, als müsse man das nur einfach wollen.

Insofern ist aus meiner Sicht auch nicht verständlich, warum man die Idee Gemeinschaftsschule nicht einfach von unten nach oben aufbaut: D.h. man hätte mit der Umsetzung der einfach zu erklärenden Idee ja im Grundschulbereich beginnen können und wenn es funktioniert dann darauf aufbauend Gemeinschaftsschulen errichten können. Diese wären dann nur eine Fortsetzung dieser Idee. Jetzt schafft man mit der Gemeinschaftsschule quasi aus dem Nichts eine Idee ohne daß im "Unterbau Grundschule" entsprechende Ansätze erkennbar wären.

Völlig unklar ist auch die praktische Umsetzbarkeit, da Lehrkräfte für solch eine Art Unterricht ja gar nicht ausgebildet wurden.

Dies gilt erst recht unter dem Aspekt, daß zusätzlich und exklusiv für die Gemeinschaftsschule auch die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers versprochen wird. Dies war bisher ja nicht einmal in homogenen Lerngruppen für eine nennenswerte Zahl von Mitschülern dankbar. Wie soll dies in heterogenen Klassenverbänden für alle (!) möglich sein?

Kurzum stellen sich durchaus zahlreiche brennende Fragen, die die Politik beantworten muß, wenn die Idee Gemeinschaftsschule breite Akzeptanz erhalten soll.

Zumindest zahlenmäßig breitet sich die Gemeinschaftsschule zahlenmäßig aus.