Schulwahl Baden-Württemberg:

Durch die Abschaffung der - verbindlichen - Grundschulempfehlung ist das Risiko gestiegen, daß künftig nicht mehr jeder Schüler den Schulplatz in der Wunschschule erhält. Dies ist deshalb zu erwarten, da auch andere Bundesländer mit freier Schulwahl nach Klasse 4, Probleme bei der Schülerlenkung aufweisen.

In der Praxis macht sich dies bereits dadurch bemerkbar, daß bei Anmeldungen Alternativschulen angegeben werden sollen.

Ob hieraus ein flächendeckendes oder nur partielles Problem wird, bleibt abzuwarten:

  • Dies wird vor allem davon abhängen, ob die Gemeinschaftsschulen mehr Schüler anlocken können, als dies die Haupt- und Werkrealschuen konnten, oder ob der Trend zu Realschule und Gymnasium anhält.
  • Und es wird auch abzuwarten sein, ob der Trend zum Gymnasium durch die Einrichtung von G9-Gymnasien steigen wird.

Katastrophal ist, daß es der Landesgesetzgeber auch nach Monaten nicht geschafft hat, dieses potentielle Problem wenigstens dadurch zu mildern, daß Aufnahmekriterien für den Zugang zur Schule gesetzlich geregelt werden, wie dies in anderen Bundesländern der Fall ist. Bisher wird nur mit schwammigen Begriffen wie dem "Schulweg" hantiert, ohne daß klar ist, ob man damit die geographische Entfernung, den Weg mit dem Auto, öffentlichen Verkehrsmitteln oder den Fußweg meint...